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                          Kind und Trauer

und sonstiges - siehe unten


Der Tod eines geliebten Menschen bedeutet großes seelisches Leid. Dies gilt bestimmt auch für Kinder. Kinder spüren ganz genau, dass etwas los ist. Sie bemerken eine andere Atmosphäre und denken sehr viel nach über alles, was dann passiert. Was sie brauchen, ist Geborgenheit, Vertrauen und bestimmt auch Ehrlichkeit. Sätze wie "Oma schläft nur" sind nicht hilfreich, denn wer schläft, wacht auch mal wieder auf. Kinder nehmen Worte ganz oft buchstäblich. Was denn, wenn Oma aufwacht, wenn sie schon beerdigt ist? Dann hat sie doch furchtbare Angst?

 

Besser ist es zu erzählen, dass Oma oder Opa nicht mehr leben kann, weil der Körper so alt oder krank ist, dass er nicht mehr atmen kann, keine Hände oder Füße bewegen, nicht mehr aufwachen kann, wenn er gestreichelt wird. Und weil der Körper nichts mehr kann, ist er kalt, und wenn ein Körper nichts mehr kann und ganz kalt ist, ist er tot. Kinder akzeptieren das, so ist es nun mal, sie wachen in der Nacht nicht wegen Alpträumen auf.

  

Wenn Kinder einfach sein dürfen wie sie in dem Moment sind, helfen wir ihnen und uns; und die Kinder helfen uns, ohne es zu wissen.

Kinder spüren sehr schnell unsere Angst. „Wir nehmen unsere Kinder nicht mit, denn sie begreifen es nicht.“ Mit dem Verstand, ganz rational, begreifen sie es nicht, das stimmt wohl. Wir Erwachsene aber doch auch nicht? Kinder verstehen alles, spüren alles ganz tief in ihrer Seele. Es rührt mich jedes Mal wenn ich Eltern sehe, die mit einem kleinen Kind auf dem Arm am Sarg von Opa oder Oma stehen, sie streicheln, spüren wie kalt sie sind. „Ich habe ein Lied gesungen für Opa“, erzählte ein Enkelkind ganz stolz. Und ein anderes Kind hat gemalt und die Zeichnung “mit viel Liebe“ in den Sarg gelegt.

 

Ein Junge, acht Jahre alt, erzählte “Ich liebe dieses Erinnerungsbuch. Ich habe schon ziemlich viel geschrieben und einige Fotos eingeklebt. Weißt du, warum ich es gerne habe? Dann brauch´ ich nicht alles in meinem Kopf aufzubewahren. Ich kann ruhig schlafen, ohne Angst, etwas zu vergessen. Denn das Buch enthält alles für mich.“

 

Von Tod und Trauerfeier, Beerdigung und Einäscherung erzählt mein Buch: Erinnering an.... (siehe unten) Aber ebenso wichtig ist es, dass die jungen Leser motiviert werden, z. B. eine Geschichte über schöne gemeinsame Erlebnisse mit dem Verstorbenen zu schreiben oder ein Bild von ihm zu malen. Durch die behutsame Anleitung kann es dem betroffenen Kind gelingen, statt sich zurückzuziehen, altersgerechte Trauerarbeit zu leisten.

 

Erinnering an …

habe ich immer dabei. Ich versuche auch immer, und sei es nur für kurze Zeit, mit Kindern zu sprechen – lasse sie einiges erzählen. Wenn sie dann das Buch bekommen – „Vielleicht wäre das etwas für dich“ - schreiben sie meistens als erstes ihren Name darauf, kleben ein Foto hinein von sich und dem Verstorbenen, nehmen es mit in die Schule, sind sogar manchmal stolz drauf. Wenn wir Kindern nur eine Chance geben, sich zu äußern …

 

Erinnerung an …

ist kein glossy Buch – mit Absicht nicht. Es ist so wie es ist, damit Kinder es so schön gestalten können wie sie möchten. So nehmen sie die Erfahrungen als Erinnerung mit sich durchs Leben.

 

Ein Ex. kostet  € 7,15. Dazu kommen leider noch die Versandkosten - die glücklicherweise nicht höher sind als in Deutschland.
Ab 12 Ex bekommen sie 10% Rabatt. 

 

 

Fragen

Manchmal hat jemand eine wichtige Frage.  Ich gehe die nicht aus dem Wege- reagiere immer  fast am selben Tag.  Aber oft gibt es auch Fragen die mehrere Leute haben. 
 

1. Zwillinge gestorben

Was erleben Menschen wenn ein Kind stirbt, und was wenn es sogar Zwillinge sind? Die Welt bricht zusammen. 
Ein Elternpaar fragte: 'Wenn Zwillinge gestorben sind, brauchen wir dann zwei Särge?' Nein, braucht man nicht. Zwillinge gehören zusammen, während der Schwangerschaft im Bauch, und später im Leben. Wenn Zwillinge sterben sind sie meistens noch sehr jung, vielleicht war die Mutter noch nicht einmal  8 Monate schwanger. Die Kinder können dann in einem Sarg bestattet werden. Ich habe es selbst mal erlebt - Die Eltern haben einen Korb machen lassen. Zusammen haben sie die ins Grab niedergelassen. 
Dann kann es aber eine Diskussion geben wenn's ums Geld geht. Es gibt Bestattungsunternehmer die sagen: 'Es sind zwei Kinder, also zwei Bestattungen,' und Andere: 'Es gibt nu einen Sarg, also eine Bestattung.' Ganz traurig, aber es kommt leider vor. 
 

2. Wann nimmt man Abschied?

'Wann ist denn die Einäscherung?' fragte der Vater. Ich fragte mich was er damit meinen könnte. Und dann realisierte ich mich das es bei Feuerbestattungen in Deutschland  oft anders geht als in Holland. Ich wohne im Grenzgebiet und habe deswegen ziemlich oft Kontakt mit Angehörigen und Freunde aus Deutschland. So wie jetzt.
Ein junger Mann war tödlich verunglückt. Er lebte in Holland war aber Deutscher. Die Feurbestattung war also in Holland.
Am Vorabend des Trauerfeiers kamen viele Leute ins Trauerzentrum zum Abscheid nemen.  Der Körper ist dann aufgebahrt in einem Zimmer, geschmuckt mit Blumen und Kerzen,  wo man frei ein- und ausgehen kann.  Wir kennen keinen Leichenhalle.

Am Tag der Bestattung wurde der Körper des verstorbenen Jungen ins Krematorium gebracht. Das ist ein grosses Gebäude wo die Aussegnungshalle ist, und wo es gauch Räume gibt wo man sich nachher noch treffen kann mit Kaffee oder sonstiges.
Und dann fragte der Vater: 'Wann ist denn die Einäscherung?' 'Jetzt,' antwortete ich. 'Ist hier immer so.' 'Wieso, jetzt,?  'Jetzt, in diesem Moment.'  'Ehrlich, jetzt?' 'Ja, jetzt.'  Und dann erzählte er: 'Mein bester Freund war verstorben.  Ich war ganz traurig. Wir hatten eine wunderbare Trauerfeier.  Aber dann wurde der Körper ins Krematorium gebracht. Niemand war dabei. Ganz alleine wurde er dort hingebracht. Ich war dann so traurig, das er den letzten Gang so alleine machen musste. Und dann wurde er irgendwie gelagert. Wie lange? Dass wussten wir nicht. Der Körper war noch da aber wir konnten nicht mehr hinfahren. Das war so schlimm. Ich habe bis jetzt das Gefühl ihn alleine gelassen zu haben.  Richtig Abschied genommen habe ich nicht  - bin ich heute noch traurig darüber. '   
 

3. Ab wann kann man ein Kind zur Trauerfeier mitnehmen?

Meiner Meinung nach ist ein Kind fast nie zu jung. Ich kann mich aber vorstellen das Erwachsenen Angst haben wie das Kind sich verhalten werde; ob es einfach rumtobt oder schreit. Dann kann man vorher ein Familienmitglied oder ein Bekannter fragen das Kind mit nach draussen zu nehmen. 
Kinder, auch wenn sie klein sind, spüren es wenn etwas los ist. Und sie spüren es genauso wenn sie zurück gehalten werden. Heute kann man noch merken wie Erwaschsenen davon erzählen.  Manchmal sagt man: 'Die Kinder begreifen oder verstehen es noch nicht.' Dan ist meine Gegenfrage: 'Versteht du was passiert ist?'
Wenn ein Kind dabei sein darf bekommt es mit was passiert, das der Sarg dort ist, das es Musik gibt, das eine Geschichte erzählt wird u.s.w.  Und des ist gut darüber zu reden. Vielleicht kan das Kind ein Bild malen.
Wenn es nur Geborgenheit spüren kann.....
In meinem Buch sind Abbildungen die gamalt werden dürfen.
Bitte fragen sie einfach nach.

 

4. Darf man tanzen während eine Trauerfeier?

 

Ich habe es erlebt.

Vor einige Zeit starb eine junge Frau und ich wurde gefragt die Trauerfeier zu leiten. Natürlich hatte die Familie sich ganz gut vorbereitet. Es gab wundervolle Musik und Blumen, und einige Neffen und Nichten, hatten ein Bild gemalt das sie in dem Sarg gelegt hatten. Ein Mädchen, erst 8 Jahre alt, möchte gerne für die verstorbene Tante tanzen. Einige Erwachsenen fragten sich ob das überhaupt möglich sei. Auf ein Fest wird oft getanzt, aber während eine Abschiedsfeier? Das gibt’s doch nicht? ‚Dann steht das Mädchen im Mittelpunkt und es geht doch um die verstorbene Tante?’ Aber das einzige was das Mädchen möchte war tanzen. So wollte sie zeigen wie lieb sie ihre Tante hatte und noch immer hat, genau wie am ihren Geburtstag. Letztendlich waren die Eltern einverstanden. Sie riefen mich an: ‚Katie wird tanzen.’ ‚Wundervoll,’ reagierte ich. Und ich schlug vor eine Stunde zuvor schon da zu sein, damit wir den Raum ausprobieren konnten. Ich zeigte ihr wo der Sarg stehen sollte – die Kerzen waren schon da.    

Ihre Schwester bediente das CD-Spieler und Katie tanzte und tanzte. Sie war hell gekleidet und barfuss. Das einzige was ich sie vorschlagen konnte war den ganzen Raum zu benutzen. Und das machte sie direkt und ganz frei. Und ich stellte vor das sie am Ende doch ein paar Sekunden stehen bleiben sollte, damit ihr Tanz ganz ruhig und konzentriert ein Ende haben würde. Sie verstand was ich meinte.

Der Moment war da. Katie tanzte, ganz frei und selbstverständlich. Sie tanzte um den Sarg herum, von links nach rechts, drehte sich. So frei sie auch tanzte, sie war zugleich in sich gekehrt – guckte nicht ins Publikum. Am Ende stand sie da – nur einen kleinen Moment – ganz still.

Das ganze Publikum hatte die Atmosphäre von Liebe gespürt, und bewegt applaudierten sie – nicht nur für Katie, aber auch für die liebeswerte Tante.      

Aus meiner eigenen Erfahrung:

Voriges Jahr waren Zwillinge gestorben, kurz vor ihre Geburt. In die Familie war noch einen Sohn, sechs Jahre alt. Die Eltern mussten nochmal ins Krankenhaus wo die beiden Kinder aufgebahrt waren. Sie mussten mit dem Artz etwas erledigen und fragten dem Jungen was er möchte: mit ihnen mitgehen oder bei seinen toten Schwestern bleiben. Er möchte gerne das letzte. Die Eltern trauten ihm das zu und verliessen den Raum. Nachher erzählte er das er seinen Schwestern eine Geschichte erzählt hatte, und er für sie hatte getanzt. 'Wissen sie doch wer ich bin,' sagte er.  


Und ganz einfach und fast selbstverständlich ist das Gespräch zwischen Oma und Enkel: 
 

Bist du traurig weil es Opa nicht mehr gibt?’ Ihr Enkel setzt sich ganz dicht neben Oma. ‘Ja, das bin ich schon,’ sagt sie. ‘Ich vermisse ihn, und du?’ ‘Ich auch, jetzt können wir nicht mehr zusammen Fussball spielen, und radfahren. Und er erzählt auch keine Geschichte mehr.'  

‘Wollen wir uns jetzt ein paar Geschichte von Opa erzählen?’ fragt Oma. ‘Weisst du noch……………?’

 

 

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Wie geht man um mit Sterben und Tod?

 

Mit einem deutschen Freund haben wir uns gegenseitig erzählt  wie man in Deutschland und in Holland mit Sterben und Tod umgeht. Er schreibt: in Deutschland sind Sterben und Tod noch einigermaßen ein Tabu. 

Ich erzählte ihm aus meine eigene Erfahrung folgendes:

 

'Ich habe in Deutschland mehrere Trauerzentren und Leichenhallen Besucht.

Den letzten 25 Jahre hat sich bei uns viel geändert. Der Tod ist im Allgemeinen überhaupt kein Tabu mehr. Die Unterschiede mit Deutschland sind sehr groß. Du weißt, Almelo ist Grenzgebiet. Viele Deutschen gehen auf die Markt in Enschede, und wir fahren nach Münster, Gronau, Nordhorn u.s.w. Es kommt ziemlich häufig vor bei einer Bestattung Leute aus Deutschland dabei sind – Freunde und Verwandte. Das habe ich selber auch mehrmals erlebt.
Vor einige Zeit war ein Mann aus Enschede war tödlich verunglückt. Seine Eltern lebten etwa 60 km Osnabrück vorbei. Am Vorabend können Angehörigen und Freunde sich immer treffen wenn sie möchten. Die Eltern kamen also nach Enschede wo ihr Sohn aufgebahrt war. Sie hatten überhaupt keine Ahnung was auf sie zukam. Und sie waren begeistert, wenn ich das so in einer Trauersituation sagen darf. Leichenhallen kennt man bei uns nicht. Der Junge war wunderbar aufgebahrt in einem separaten Zimmer, alles geschmückt mit Blumen und leise Musik. Man traf sich, trank einen Kaffee oder Tee, und konnte sich austauschen. Lachen und weinen gehen durcheinander.

Der Körper kann auch zu Hause aufgebahrt werden, bis zur Trauerfeier. Ein Trauerzentrum ist dann überhaupt kein Thema.  Es gibt bei uns auch mehr und mehr Aufbahrzimmer wo man 24 Stunden an Tag hingehen kann. Man bekommt dann einfach einen Schlüssel. Deshalb werden die auch manchmal Schüsselzimmer genannt. Man kann da auch einen Kaffee trinken und meistens auch etwas Musik hören, wie man möchte.

 

Unsere Krematorien haben auch alle eine oder mehrere Aussegnungshallen, oder Auditorien,

und anschließend an der Trauerfeier  kann man sich ebenfalls treffen mit Kaffe oder sonstiges. Ich erinnerte mich das der Vater fragte: ‚Wann ist denn die Einäscherung?’ Erst wusste ich nicht was er damit meinte, aber dann erinnerte ich mich dass in Deutschland zwischen Trauerfeier und Einäscherung mehrere Tage oder sogar Wochen liegen. Dann antwortete ich: ‚Die Einäscherung ist jetzt.’ ‚In diesem Moment?’ ‚Ja, in diesem Moment.’ Das ist gesetzlich so, die Einäscherung ist immer und überall am selben Tag.

 

Leute werden immer eingeladen so viel wie möglich selbst zu gestalten, z.B waschen und kleiden nach dem Tod. Die Urne darf mit nach Hause genommen werden. Ob viele das machen weiß ich nicht, aber man darf. Eine Frau erzählte mir dass sie das gemacht hat mit der Urne ihres Mannes, aber nach einiger Zeit bemerkte sie dass es reichte, und dann wurde die Urne beigesetzt. 

Ich meine dass man das in Hessen mittlerweile auch darf. Aber der Begriff ‚Totenruhe’ ist in Deutschland ganz anders als bei uns. Respekt? Natürlich, aber die Gestaltung ist anders.

 

Vorige Woche hatte ich eine Wache für einen verstorbenen Mann. Das war 50 km west von hier. Im Saal vom Trauerzentrum haben wir Geschichten erzählt, ein Gebet ausgesprochen, Musik gehört, und dann Kaffee getrunken. Der verstorbene war dabei, sogar mit offenem Sarg. Und es war ganz normal.

Weißt du  dass ziemlicht viele aus dem Grenzgebiet nach Holland kommen wo die Einäscherung dann stattfindet und dann später selber mit der Urne wieder nach Hause fahren?  Das ist im ganzem Grenzgebiet so, nicht nur in Enschede. 

 

 

Wenn sie mehr wissen möchten - bitte fragen sie.  
 

Hilfreiche Adresse:

http://www.kinder-krebskranker-eltern.de/  Flüsterpost e.V., Verein zur Unterstützung von Kindern krebskranker  Eltern (Mainz, Deutschland) 

www.sinnobjekte.de   Für religiöse Symbole

 

 

Corrie Wolters    mobiel: 06-55960794        e-mail: cwolters@xs4all.nl