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Kind und Trauer
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Fragen Manchmal hat jemand eine
wichtige Frage. Ich gehe die nicht aus dem Wege- reagiere immer
fast am selben Tag. Aber oft gibt es auch Fragen die mehrere Leute
haben. 1. Zwillinge gestorben Was erleben Menschen wenn ein Kind stirbt, und was wenn es sogar Zwillinge
sind? Die Welt bricht zusammen. 2. Wann nimmt man Abschied? 'Wann ist denn die
Einäscherung?' fragte der Vater. Ich fragte mich was er damit meinen könnte.
Und dann realisierte ich mich das es bei Feuerbestattungen in Deutschland
oft anders geht als in Holland. Ich wohne im Grenzgebiet und habe deswegen
ziemlich oft Kontakt mit Angehörigen und Freunde aus Deutschland. So wie
jetzt. Am Tag der Bestattung
wurde der Körper des verstorbenen Jungen ins Krematorium gebracht. Das ist
ein grosses Gebäude wo die Aussegnungshalle ist, und wo es gauch Räume gibt
wo man sich nachher noch treffen kann mit Kaffee oder sonstiges. 3. Ab wann kann man ein Kind zur Trauerfeier mitnehmen? Meiner Meinung nach ist
ein Kind fast nie zu jung. Ich kann mich aber vorstellen das Erwachsenen
Angst haben wie das Kind sich verhalten werde; ob es einfach rumtobt oder
schreit. Dann kann man vorher ein Familienmitglied oder ein Bekannter fragen
das Kind mit nach draussen zu nehmen.
4. Darf man tanzen während eine Trauerfeier?
Ich habe es erlebt. Vor einige Zeit starb eine junge Frau und ich wurde gefragt die Trauerfeier zu leiten. Natürlich hatte die Familie sich ganz gut vorbereitet. Es gab wundervolle Musik und Blumen, und einige Neffen und Nichten, hatten ein Bild gemalt das sie in dem Sarg gelegt hatten. Ein Mädchen, erst 8 Jahre alt, möchte gerne für die verstorbene Tante tanzen. Einige Erwachsenen fragten sich ob das überhaupt möglich sei. Auf ein Fest wird oft getanzt, aber während eine Abschiedsfeier? Das gibt’s doch nicht? ‚Dann steht das Mädchen im Mittelpunkt und es geht doch um die verstorbene Tante?’ Aber das einzige was das Mädchen möchte war tanzen. So wollte sie zeigen wie lieb sie ihre Tante hatte und noch immer hat, genau wie am ihren Geburtstag. Letztendlich waren die Eltern einverstanden. Sie riefen mich an: ‚Katie wird tanzen.’ ‚Wundervoll,’ reagierte ich. Und ich schlug vor eine Stunde zuvor schon da zu sein, damit wir den Raum ausprobieren konnten. Ich zeigte ihr wo der Sarg stehen sollte – die Kerzen waren schon da. Ihre Schwester bediente das CD-Spieler und Katie tanzte und tanzte. Sie war hell gekleidet und barfuss. Das einzige was ich sie vorschlagen konnte war den ganzen Raum zu benutzen. Und das machte sie direkt und ganz frei. Und ich stellte vor das sie am Ende doch ein paar Sekunden stehen bleiben sollte, damit ihr Tanz ganz ruhig und konzentriert ein Ende haben würde. Sie verstand was ich meinte. Der Moment war da. Katie tanzte, ganz frei und selbstverständlich. Sie tanzte um den Sarg herum, von links nach rechts, drehte sich. So frei sie auch tanzte, sie war zugleich in sich gekehrt – guckte nicht ins Publikum. Am Ende stand sie da – nur einen kleinen Moment – ganz still. Das ganze Publikum hatte die Atmosphäre von Liebe gespürt, und bewegt applaudierten sie – nicht nur für Katie, aber auch für die liebeswerte Tante. Aus meiner eigenen Erfahrung: Voriges Jahr waren Zwillinge gestorben, kurz vor ihre Geburt. In die Familie war noch einen Sohn, sechs Jahre alt. Die Eltern mussten nochmal ins Krankenhaus wo die beiden Kinder aufgebahrt waren. Sie mussten mit dem Artz etwas erledigen und fragten dem Jungen was er möchte: mit ihnen mitgehen oder bei seinen toten Schwestern bleiben. Er möchte gerne das letzte. Die Eltern trauten ihm das zu und verliessen den Raum. Nachher erzählte er das er seinen Schwestern eine Geschichte erzählt hatte, und er für sie hatte getanzt. 'Wissen sie doch wer ich bin,' sagte er.
‘Bist du traurig weil es Opa nicht mehr gibt?’ Ihr Enkel setzt sich ganz dicht neben Oma. ‘Ja, das bin ich schon,’ sagt sie. ‘Ich vermisse ihn, und du?’ ‘Ich auch, jetzt können wir nicht mehr zusammen Fussball spielen, und radfahren. Und er erzählt auch keine Geschichte mehr.' ‘Wollen wir uns jetzt ein paar Geschichte von Opa erzählen?’ fragt Oma. ‘Weisst du noch……………?’
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Wie geht man um mit Sterben und Tod?
Mit einem deutschen Freund haben wir uns gegenseitig erzählt wie man in Deutschland und in Holland mit Sterben und Tod umgeht. Er schreibt: in Deutschland sind Sterben und Tod noch einigermaßen ein Tabu. Ich erzählte ihm aus meine eigene Erfahrung folgendes:
'Ich habe in Deutschland mehrere Trauerzentren und Leichenhallen Besucht.
Den letzten 25 Jahre hat sich bei uns viel geändert.
Der Tod ist im Allgemeinen überhaupt kein Tabu mehr. Die
Unterschiede mit Deutschland sind sehr groß. Du weißt, Almelo ist
Grenzgebiet. Viele Deutschen gehen auf die Markt in Enschede, und
wir fahren nach Münster, Gronau, Nordhorn u.s.w. Es kommt ziemlich
häufig vor bei einer Bestattung Leute aus Deutschland dabei sind –
Freunde und Verwandte. Das habe ich selber auch mehrmals erlebt.
Unsere Krematorien haben auch alle eine oder mehrere Aussegnungshallen, oder Auditorien, und anschließend an der Trauerfeier kann man sich ebenfalls treffen mit Kaffe oder sonstiges. Ich erinnerte mich das der Vater fragte: ‚Wann ist denn die Einäscherung?’ Erst wusste ich nicht was er damit meinte, aber dann erinnerte ich mich dass in Deutschland zwischen Trauerfeier und Einäscherung mehrere Tage oder sogar Wochen liegen. Dann antwortete ich: ‚Die Einäscherung ist jetzt.’ ‚In diesem Moment?’ ‚Ja, in diesem Moment.’ Das ist gesetzlich so, die Einäscherung ist immer und überall am selben Tag.
Leute werden immer eingeladen so viel wie möglich selbst zu gestalten, z.B waschen und kleiden nach dem Tod. Die Urne darf mit nach Hause genommen werden. Ob viele das machen weiß ich nicht, aber man darf. Eine Frau erzählte mir dass sie das gemacht hat mit der Urne ihres Mannes, aber nach einiger Zeit bemerkte sie dass es reichte, und dann wurde die Urne beigesetzt. Ich meine dass man das in Hessen mittlerweile auch darf. Aber der Begriff ‚Totenruhe’ ist in Deutschland ganz anders als bei uns. Respekt? Natürlich, aber die Gestaltung ist anders.
Vorige Woche hatte ich eine Wache für einen verstorbenen Mann. Das war 50 km west von hier. Im Saal vom Trauerzentrum haben wir Geschichten erzählt, ein Gebet ausgesprochen, Musik gehört, und dann Kaffee getrunken. Der verstorbene war dabei, sogar mit offenem Sarg. Und es war ganz normal. Weißt du dass ziemlicht viele aus dem Grenzgebiet nach Holland kommen wo die Einäscherung dann stattfindet und dann später selber mit der Urne wieder nach Hause fahren? Das ist im ganzem Grenzgebiet so, nicht nur in Enschede.
Wenn sie mehr wissen möchten - bitte fragen sie. Hilfreiche Adresse: http://www.kinder-krebskranker-eltern.de/ Flüsterpost e.V., Verein zur Unterstützung von Kindern krebskranker Eltern (Mainz, Deutschland) www.sinnobjekte.de Für religiöse Symbole
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